Pflegegeld / Pflegesachleistungen

Was der Versicherte / Pflegebedürftige mit seinem Pflegegeld macht und wofür er es verwendet wird nur von ihm entschieden.

Was steht Ihnen zu?

Pflegebedürftigkeit in Graden Leistungen je Monat
Pflegegrad 2 316 €
Pflegegrad 3 545 €
Pflegegrad 4 728 €
Pflegegrad 5 901 €

Was sind häusliche Pflegesachleistungen?

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes.

Pflegebedürftige, die weiterhin zu Hause leben, können einen zugelassenen professionellen Pflegedienst engagieren und erhalten dann die sogenannte Pflegesachleistung. Dazu zählen

  • körperbezogene Pflegemaßnahmen, wie zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und Lagerung,
  • pflegerische Betreuungsmaßnahmen, Unterstützung bei der Bewältigung und Gestaltung des alltäglichen Lebens im häuslichen Umfeld.
  • hauswirtschafliche Leistungen, zum Beispiel Reinigen der Wohnung.
Pflegebedürftigkeit in Graden Leistungen je Monat
Pflegegrad 1
Pflegegrad 2 689 €
Pflegegrad 3 1.298 €
Pflegegrad 4 1.612 €
Pflegegrad 5 1.995 €

Im Pflegegrad 1 bekommen Sie diese Leistungen:

Entlastungsbetrag von bis zu 125 € monatlich für

  • Kosten der Kurzzeitpflege sowie Tages- und Nachtpflege
  • Leistungen ambulanter Pflegedienste
  • Leistungen von Angeboten zur Unterstützung im Alltag
  • einen Zuschuss zur vollstationären Pflege

Pflegehilfsmittel

Pflegebedürftigkeit in Graden max. Leistungen (pro Monat)
Pflegegrad 1 40 Euro
Pflegegrad 2-5 40 Euro

Grundsätzlich werden unter dem Begriff Pflegehilfsmittel Geräte und Sachmittel verstanden, die zur häuslichen Pflege notwendig sind, sie erleichtern oder dazu beitragen, die Beschwerden der pflegebedürftigen Person zu lindern oder ihr eine selbstständigere Lebensführung zu ermöglichen. Technische Pflegehilfsmittel werden vorrangig leihweise oder gegen eine Zuzahlung zur Verfügung gestellt. Die Kosten für Verbrauchsprodukte in Höhe von bis zu 40 Euro pro Monat werden von der Pflegekasse erstattet. Dazu gehören zum Beispiel Einmalhandschuhe oder Betteinlagen.

Seit dem 1. Januar 2017 haben auch Versicherte im neuen Pflegegrad 1 Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln.

Urlaubs-/Krankheitsvertretung (Verhinderungspflege/Ersatzpflege)

Pflegebedürftigkeit in Graden max. Leistungen (pro Kalenderjahr)
Pflegegrad 1
Pflegegrad 2-5 1.612 Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu 6 Wochen

Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Ersatzpflege. Diese sogenannte Verhinderungspflege kann etwa durch einen ambulanten Pflegedienst, durch Einzelpflegekräfte oder ehrenamtlich Pflegende erfolgen.

Seit dem 1. Januar 2015 ist eine Ersatzpflege von bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr möglich. Außerdem können bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806 Euro) zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden. Verhinderungspflege kann dadurch auf maximal 150 Prozent des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Der für die Verhinderungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet. Seit dem 1. Januar 2016 wird auch die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes für bis zu sechs Wochen im Jahr fortgewährt.

Seit dem 1. Januar 2017 stehen die Leistungen der Verhinderungspflege den Versicherten der Pflegegrade 2 bis 5 zu.

Tages- und Nachtpflege

Tages- und Nachtpflege können die ambulante Versorgung ergänzen. Oft lässt sich dadurch ein Einzug in ein Heim verhindern oder verzögern.

  • Anspruch auf Geld für Tages- und Nachtpflege haben Betroffene mit dem Pflegegrad 2 bis 5.
  • Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 können für die Kosten den Entlastungsbetrag (125 Euro) verwenden.
  • Pflegebedürftige können die Ansprüche auf Tages- und Nachtpflege, Pflegegeld und Pflegesachleistung nach ihrer Wahl miteinander kombinieren.

Was bedeutet Tages- und Nachtpflege?

Die Tages- oder Nachtpflege gehört zu den sogenannten teilstationären Pflegeleistungen. Die Leistungen kommen vor allem Pflegebedürftigen zugute, die zu Hause versorgt werden. Insbesondere dann, wenn Pflegebedürftige außerstande sind, während der Abwesenheit ihrer Pflegeperson allein in ihrer Wohnung zu bleiben.

Das kann verschiedene Gründe haben. Beispielsweise, wenn die Pflegeperson einer (Teil-) Erwerbstätigkeit nachgeht oder die Pflegeperson teilweise entlastet werden muss. Auch wenn nur für einige Stunden am Tag oder in der Nacht eine ständige Beaufsichtigung des Pflegebedürftigen notwendig ist, kann man eine Tagespflege in Anspruch nehmen. Der Pflegebedürftige wird dann in der Regel abgeholt und in einer stationären Einrichtung betreut. Nach der Betreuung wird er wieder nach Hause gebracht.

Die Pflegekasse übernimmt die Pflegekosten. Hierfür stehen dem Pflegebedürftigen monatlich seit dem 01.01.2017 je nach Pflegegrad 689 EUR (Pflegegrad 2), 1.298 EUR (Pflegegrad 3), 1.612 EUR (Pflegegrad 4) und 1.995 EUR (Pflegegrad 5) zu.

Seit das Pflegestärkungsgesetz I zum 01.01.2015 in Kraft getreten ist, kann man die Tages- und Nachtpflege neben der ambulanten Pflegesachleistung und dem Pflegegeld beanspruchen.

Die Ansprüche lassen sich kombinieren

Die Tages- und Nachtpflegeleistungen werden also weder auf die Sachleistung noch auf das Pflegegeld angerechnet.
Pflegebedürftige können die Ansprüche auf Tages- und Nachtpflege, Pflegegeld und Pflegesachleistung nach ihrer Wahl miteinander kombinieren.